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Kunstobjekte*

Kirchenraum
Einweihung 15.11.1969. Architekten Gerhard N. Kamps und Peter Heinelt, Hamburg. Grundriss querrechteckig. Räumlicher Mittelpunkt ist der quadratische Zentralaltar.

Wandkreuz
Die Altarwand wird durch das Kreuz aus Kupferblech mit aufgeschmolzenem Silberlot optisch zusammengefasst. Es ist ein Werk von Karl Goris, Hamburg. Die harten Formen symbolisieren Christi Leiden, der strahlende Aufsatz seine Auferstehung. Durch diesen Kontrast bietet das Kreuz einen abstrakten Anklang an edelsteinbesetzte mittelalterliche Gemmen- und Triumphkreuze. 

Altar, Ambo, Tabernakel, Taufstein, Priestersitz
wurden ebenfalls von Karl Goris entworfen, der auch die Metallarbeiten ausführte (Tabernakelgitter, Amboaufsatz, Taufschale). Die Steinmetzarbeiten wurden von Danker & Co., Ohlsdorf ausgeführt. Altar und Tabernakelstele wurden aufgemauert und mit Muschelkalkplatten umkleidet. In den Altar sind Reliquien der Heiligen Laurentius und Irenäus eingesenkt. Der als Sakrarium (mit Versickerung ins Erdreich) ausgebildete Taufstein besteht aus einem Block.

Kreuzweg
Die Darstellung der vierzehn Kreuzwegstationen haben wir 1982 vom Bildhauer Heinrich Lückenkötter erhalten. Sie sind aus Schiefer hergestellt, der nur schwer zu bearbeiten ist. Die Holzkreuze haben Gemeindemitglieder im Rahmen einer Osternacht-Meditation zusammengefügt. Zur Umrahmung und optischen Hervorhebung wurden die Schiefertafeln auf Stahlrahmen angebracht.
Die Anordnungslinie ist von rechts nach links zunächst abwärts gerichtet. Sie erreicht ihren Höhepunkt in der zwölften Station, Jesu Tod am Kreuz. Zwischen der Linie der Stationstafeln und der Linie der Holzkreuze deutet sich eine Verflechtung an. Grundgedanke: Jesus nimmt seine Kreuz aus unseren Kreuzen und trägt es stellvertretend für uns.

Mutter Gottes
Die thronende Gottesmutter wurde 1980 von Wladislaw Tabacharniuk gestiftet. Das Aluminiumrelief hat Manfred Willers hergestellt. Er wählte den Typus der „thronenden Muttergottes“ in einer der Romantik entlehnten Gestalt. Der Aluminiumguss passt sich in seiner Wirkung vor dem roten Backstein ebenso wie in seiner Ähnlichkeit mit den Silberlot-Arbeiten von Goris im Altarbereich gut an den Kirchenraum an. Dennoch überrascht die optische Tiefenwirkung bei Betrachtung aus größerer Entfernung, die dem leichten Material Aluminium die gewünschte „Erdschwere“ zukommen lässt. 

Orgel
Die Orgel stammt von Alfred Führer, Wilhelmshaven. Sie wurde am 08.12.1973 eingeweiht. 
Disposition:
Hauptwerk: Prinzipal 8’, Rohrflöte 8’, Oktave 4’, Gedacktflöte 4’, Waldflöte 2’, Mixtur 3-4fach 1 1/3’, Trompete 8’
Brustwerk: Gedackt 8’, Blockflöte 4’, Okatave 2’, Sesquialtera 2fach, Zimbel 2fach 2/3’, Krummhorn 8’, Tremulant
Pedal: Subbass 16’, Prinzipal 8’, Okatave 4’, Rauschpfeife 3fach 2’, Fagott 16’
Koppeln: Brustwerk-Hauptwerk, Hauptwerk-Pedal, Brustwerk-Pedal

Fenster
Die handgemalten Überfanggläser entwarf Franz Dewald, Karlsruhe. Ausgeführt wurden die Arbeiten durch die Firma „Karlsruher Glaskunstwerkstätten und Glasmalerei Reinhard Herbold“.
Es wurde mundgeblasenes Echt-Antik-Glas verwendet. Jedes einzelne Glasstück wurde nach dem Zuschneiden von dem Künstler einzeln bemalt, dann gebrannt und anschließend in der Werkstatt verbleit.
Die Eingangsfenster an der Westseite zeigen die Zerstörung der alten Welt. Die sieben Engel mit den Posaunen blasen den Ruf zu Gericht. Die Komposition ist bewegt und spannungsreich. Überwiegend kühle Farben kontrastieren mit aufflammenden warmen Tönen. Der starke Hell-Dunkel-Kontrast der Farbflächen bestimmt zusätzlich die Dynamik des Bildes.
Thema des Altarfensters gegenüber an der Ostseite ist das neue Jerusalem/der Lebensbaum und seine Früchte. Die architektonischen Formen sind in überwiegend warmen Tönen gehalten. Sie werden durch den teils groß-, teils klein-formatigen Raster des Liniennetzes der Verbleiung gebunden. Die Nord- und Südfenster stellen die Gleichnisse von den klugen und törichten Jungfrauen bzw. die Sämanns- und Weinberggleichnisse dar.
Am 06.10.1985 wurden die Fenster feierlich eingeweiht. 

Kapelle
In der Kapelle befindet sich die von Leonhardt Jordan 1975 gestiftete Pietà. Das expressionistische, weiß gekalkte Holzrelief von Albert Christoph Reck ist - wie auch das Werk von Ruth Schaumann im Kloster Nütschau - ein überzeugendes Beispiel einer zeitgenössischen Pietà-Darstellung in Norddeutschland. Die fünf übereinander geleimten Holzschichten wurden im Laufe mehrerer Jahre mit dem Beil ausgeschlagen. 
Weiterhin ist die Kapelle mit einem Altar (eine Eschenmensa auf einem Gestell aus Aluminiumguss) und mit den drei Kerzenleuchtern von Paul Brandenburg (1988) ausgestattet.

Außenfront
Ein von Hans Scheble (Ellwangen/Jagst) 1977 geschaffenes Terrakotta-Relief stellt die Heilige Hedwig, Schutzpatronin der Schlesier, dar. Die von einem großzügigen Spender gestiftete Keramik wurde am 16.10.1977 eingeweiht. Die Figur ist aus rotem Ton gebrannt. Wuchtig und markant steht zu Füssen der Heiligen ein Modell unserer Pfarrkirche. Die Herzogskrone weist die Figur als Herzogin von Schlesien aus, als die sie Patronin dieser Gemeinde wurde, deren erster Kern aus Heimatvertriebenen bestand.
Die rechte Hand der Heiligen reicht einer bittenden Gestalt ein Brot. Auch diese Geste ist für die Gestalt der Heiligen Hedwig traditionell, wie die Herzogskrone, und symbolisiert ihre besondere Sorge um die Armen.
In der Gestalt des Bittenden hat der Künstler ein Motiv aus einem von ihm gestalteten „Vertriebenen-Kreuzweg“ übernommen. Die Darstellung der Heiligen Hedwig als Mutter der Vertriebenen soll ebenfalls an die Anfänge unserer Gemeinde erinnern. 
Schließlich bildet die Marienfigur, die sich auf der linken Hand der Skulptur findet, ein Zeichen der großen Marienverehrung Hedwigs. 

*Auszug aus dem Jubliläumsheft zum 25jährigen Bestehen 1994

Kirchengemeinde 
St. Hedwig 
Norderstedt